World Wet Plate Day 2014

Seit 2005 findet jährlich zu Ehren von Frederick Scott Archer der World Wet Plate Day statt. An diesem Tag werden alle (Hobby-) Fotografen, die sich wieder mit dieser alten fotografischen Technik handwerklich und künstlerisch auseinandersetzen aufgefordert, sich mit einem eigens an diesem Tag geschaffenen Bild zu beteiligen und zu zeigen, wie diese Technik heute immer noch funktioniert und mit ihren wundervollen, einzigartigen Ergebnissen verzaubert. In diesem Jahr fällt der WWPD auf den 03.05. und damit auch auf den ersten Tag des  inzwischen – Dank des Engagements von Alex Timmermans – zum dritten Mal stattfindenden European Collodion Weekend.
Da ich dieses Jahr meine Teilnahme leider kurzfristig absagen musste, habe ich überlegt wenigsten standesgemäß und aktuell ein  Bild auf Glasplatte aufzunehmen.
Ich habe mich aber  - nicht nur weil die Dunkelkammer im neuen Heim noch nicht ganz fertig ist, dagegen entschieden und stelle deshalb einen eher seltenen Flohmarktfund – eine Ferrotypie – vor.
Sie wurde 1904 in Maria Zell als Andenken an den gemeinsam verbrachten Urlaub beim örtlichen Fotografen aufgenommen, der gleich auch  - ganz üblich für die Zeit – die nötige Ausstattung, sprich: Tracht und Bergidyll mit bereitstellte.

Ferrotypien werden im Unterschied zu Ambrotypien auf einer lackierten Eisen – Blechplatten aufgenommen und stellten eine preiswerte und weniger zerbrechliche Alternative dar. Erfunden wurden sie kurz nach der Einführung der Nassplatten von F.S. Archer 1856 durch Hamilton.  Man verwendet zur Herstellung der Kollodionlösung ein leicht abgewandeltes Rezept, auch der Entwickler wurde entsprechend an die Erfordernisse angepasst.
Bis in die 1930 Jahre waren sie sehr beliebt – erst recht als die ersten Automaten, die sog. Bosco – Automaten als Vorläufer der heutigen Foto-Automaten in Betrieb genommen wurden. Sie galten als robust, preiswert und wurden gern als Ersatz zur Carte de visite verwendet.

Wer sich in der heutigen Zeit für Aufnahmen dieser Art interessiert, sei hiermit nebenbei nicht nur auf meine Arbeiten hingewiesen, sondern auch auf die des Langebrücker Fotografen Karsten Prausse, welcher mit historischer Ausrüstung und sehr viel handwerklichem Können eben solche Ferrotypien liebevoll fertigt.

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