Vom Watzkes nach Übigau

Die folgenden beiden Bilder fand ich gestern beim Trödeln in der Neustadt. Sie stammen aus einem schicken kleinen Album einer Dresdner Familie und zeigen Szenen eines Ausfluges von 1928/29 entlang des Pieschener Elbufer’s Richtung Übigau zur – gerade im Bau befindlichen – Flügelwegbrücke.


Bereits mit kurzem Blick erkennt man:  Die junge Dame steht elbseitig vor dem Ballhaus ‘Watzke’.
Als ‘Watzkes Bier – und Gartenrestaurant’ wurde es vom Branntweinbrenner Karl Watzke noch als kleine Schankwirtschaft 1838 gegründet. Schon 1898 war der Andrang so groß, das man einen Neubau im sog. neo-empire Stil errichtete und dem Ganzen den klangvollen Namen ‘Watzke’s Concert- und Balletablissement’ gab.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Haus noch weitere fünf Jahre als Restaurant in Privatbesitz geführt. Aufgrund wettbewerbsverzerrender Subventionen, die die staatlich geführten HO Gaststätten erhielten, rentierte sich der Betrieb der Gaststätte nicht auf Dauer, so dass sie schließen mußte.  Bis zur Wende diente das Gebäude  als Lager für Konsumgüter – wie so oft.

Vor der Konstruktion der Flügelwegbrücke ->  Dresden’s 7. Brücke, welche 1929 – 30 errichtet wurde. Sie galt als ‘wegweisendes Beispiel des modernen Brückbaus’. 

Zitat aus Übigau online: “Mit ihrer 115 m weit gespannten Stromöffnung und einer Gesamtbaulänge von 308 Metern galt sie seinerzeit als längste genietete Blechträgerbrücke Europas. Sie ruht nur auf dem Neustädter Uferpfeiler fest, auf der Altstädter Seite ist sie auf Rollenlager verschiebbar. Der 285 Meter lange stählerne Unterbau verlängert sich um 43 Millimeter, wenn sich die Temperatur um 10°C erhöht. Die Brücke ist 17 Meter breit und mit 14,7 Metern Höhe über Null-Wasser sehr hoch. Es war bereits beim Brückenbau berücksichtigt, eine zukünftige Schnellbahn im Brückenkörper unterbringen zu können! “

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