Kontaktkopiert: Trockenplatten im Salzdruckverfahren

Schon vor einiger Zeit bekam ich von einem Sammler diverse Glasnegative im Format 13 x 18, die ordentlich beschriftet in ihren gut erhaltenen Pergaminhüllen mit dem Aufdruck von ‘Carl Neithold’ (Anm.:  Ce – Nei ) lagerten.  Die Negative stammen aus der Zeit von 1902 – 22 und zeigen Festlichkeiten, Zusammenkünfte und Gesellschaften.

Verwendet hat man Plattensorten von Hauff und Agfa, aber auch Bromsilber – Gelatine – Trockenplatten, die nach Rezepten von J.B. Obernetter bzw. H.W. Vogel hergestellt und von ‘Perutz ‘ vertrieben wurden. Diese Trockenplatten waren mit dem Zusatz von Eosin – einem Farbstoff – versehen und ermöglichten die tonwertrichtige Wiedergabe der Graustufen. Die Entwicklung vom pan – zum orthochromatischen Träger war somit eingeleitet. Entwickelt wurden die Platten mit Adurol, Rodinal bzw. einem Metol – Adurol Gemisch – seit Neuestem wieder bei Moersch Fotochemie bzw. Spürsinn erhältlich.

Sehr praktisch für mich war nebenbei der Umstand, dass die Pergaminhüllen nicht nur  - wie sonst meist – lediglich mit Ort und Jahr , sondern hilfreich auch mit der Uhrzeit der Aufnahme, Notizen zu vorhandenen Lichtverhältnissen, der Belichtungsdauer, dem verwendeten Objektiv und der Blende sowie mit Plattensorte und Hervorrufer, sprich: Entwickler und dem Mischungsverhältnis versehen sind, so dass man durchaus nun relativ einfach auch die eigenen Trockenplatten mit Hilfe dieser Werte verwenden kann, ohne Material und Zeit in Experimente und Näherungsversuche verschwenden zu müssen.

Aber bevor es soweit ist, habe ich einige der Platten mit dem klassischen 1834er Salzdruckverfahren des William Henry Fox Talbot auf extra gehärtetem Aquarellpapier im historischen Kontaktkopierrahmen vom Flohmarkt belichtet und im Anschluß goldgetont.

Hier die Ergebnisse von sonnigen Tagen auf dem Südseiten – Balkon bzw. Abenden in der Dunkelkammer vor dem Gesichtsbräuner sitzend :-) :

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