Kollodiumverfahren

Das Kollodium Nassplatten Verfahren, in dessen Verlauf u.a. eine Ambrotypie entsteht, ist eines der ältesten Verfahren zur Erzeugung eines reproduzierbaren Bildes. Erstmals 1851 von Frederick Scott Archer der Öffentlichkeit vorgestellt, stieß es auf enormes Interesse und brachte einen gewaltigen Aufschwung der Portrait- und Landschaftsfotografie sowie diverser Reproduktionsverfahren. Über 20 Jahre beherrschte das nasse Kollodium Verfahren die Fotografie fast vollständig. Erst um 1870 wurde es durch die Einführung der Trockenplatte mit (Brom-)Silbergelatine – Überzug verdrängt. Der Name des Verfahrens leitet sich von der Art der Beschichtung: dem Collodion als Trägersubstanz, vermengt mit verschiedenen Jod-Salzen und (Ethyl-)Äther, welche später in einem Silbernitratbad sensibilisiert wird, ab. Da Äther und Alkohol sich schnell verflüchtigen, ist es zum Erreichen einer Abbildung auf der Platte notwendig, das gesamte Verfahren im nassen Zustand durchzuführen.Sobald die Trägerschicht ausgehärtet ist, gelingt weder die Sensibilisierung der Platte noch deren Exposition oder Entwicklung.Ist beides gelungen, wird die Platte nach dem Trocknen sorgfältig mit Sandarak – Harz gefirnisst.

Helle Bilder auf dunklem Grunde. Direkte Positive auf Glas: Ambrotypien. Diese Bilder werden nur sehr kurz belichtet und entwickelt – in etwa nur ein Viertel der Zeit, die man für ein normales Negativ braucht. Solche Bilder sind als Negativ in der Durchsicht sehr schwach, das Silber ist von sehr heller Farbe. Es erscheint aber gerade dadurch als Positiv, wird es von vornherein auf einer schwarz beschichteten Glasplatte belichtet. Üblicherweise wird jedoch eine Klarglasplatte vor schwarzem (samtenen)Hintergrund präsentiert.In den 1850iger Jahren wurden sie als Konkurrenz zu den Daguerrotypien erzeugt, gewannen aber keine Bedeutung.Die zerbrechlichkeit der Bilder auf Glasplatte veranlasste die Einführung anderer Träger: z.B. Eisenblech (Ferrotypien).

Gearbeitet wird meinerseits nach der Publikation’Ausführliches Handbuch der Photographie’von Dr.J.M. Eder und mit einer Atelierkamera von Pentacon sowie Lacobel – Platten der Größe 13 x 18, um das Bild bereits fertig als sog. Scheinpositiv zu präsentieren.

Möchten auch Sie dieses Verfahren kennenlernen oder sich portraitieren lassen, so schauen Sie bitte unter Angebote bzw. auf die facebook Seite.