Edeldruck

Salzdruck: Der Salzdruck, der auch als Talbotypie bezeichnet wird, gilt neben der Daguerrotypie als das älteste fotografische Positivverfahren. Entwickelt 1834, erlebt es heute – gerade unter den Fotografen , die dass nasse Negativ -Kollodiumverfahren verwenden – ein Comeback.Mit Hilfe des Salzdruckes können die Glasnegative direkt vor Ort sehr einfach vervielfältigt werden. Verwendet wird ein verleimtes Papier, welches mit einer handwarmen Gelantine – Mischung mit Zusätzen von Ammoniumchlorid und Natriumcitrat dünn bestrichen, getrocknet und anschließend mit Silbernitrat sensibilisiert wird. Danach wird das vorbereitete Papier kontaktschlüssig mit dem Negativ belichtet, gewässert und mit Thiosulfat fixiert.
Cyanotypie: Die Cyanotypie beruht – im Gegensatz zu den meisten fotografischen Verfahren – nicht auf silber- sondern eisenhaltigen Verbindungen: Ammoniumeisen(III)-citrat. Typisch für dieses Edeldruckverfahren ist der schöne blaue Ton, der je nach Zusatz variieren kann. Das Verfahren wurde 1842 von Sir John Herschel entwickelt. Weit verbreitet war es bis Anfang des 20.Jhd. für die Vervielfältigung von (Architektur-) Plänen. Bekannt ist das Verfahren auch unter dem Namen ‘Eisenblaudruck’.
Van- Dyke Verfahren bzw. Kallitypie: Dieses Verfahren wurde ebenfalls um 1850 entwickelt. Auch hier verwendet man zur Sensibilisierung des Trägermaterials eine eisenhaltige Verbindung: Eisen(III)-oxalat – allerdings ist diese zusätzlich mit Silbernitrat vermischt. Typischerweise kommt die Kallitypie in einem schönen Braunton daher.
Gummidruck – Verfahren: Als Erfinder gilt John Pouncy, der es sich 1858 patentieren ließ. Seinen Höhepunkt erlebte es während der Bewegung der Piktorialisten um 1900. Beim Gummidruck wird speziell vorbereitetes Papier mit einer lichtempfindlichen Emulsion aus Chromat, Farbpigmenten und Gummi arabicum beschichtet. Das getrocknete Papier wird anschließend unter einem Negativ belichtet und danach ausgewaschen. Die belichteten Stellen härten aus und sind nicht mehr wasserlöslich, halten die Farbpigmente fest und lassen so das Positiv erscheinen. Gut vorbereitetes Papier kann mehrmals beschichtet und belichtet werden. So sind mehrfarbige Bilder mit Farbverläufen möglich.
Die Belichtung bei allen Verfahren erfolgt mit UV-Licht.