Atelier Hermann Krätzer – Dresden

Bei der Recherche zu alten Fotografien, passiert es oft, dass ich mich im Internet endlos verliere und im Nerd – Universum zahlloser Seiten zum Thema verschwinde. Gestern hatte ich vom Trödler einige alte Fotografien mitgebracht und habe sie wie immer eingescannt. Während der Scanner leise vor sich hin schnurrt, nutze ich meist die Zeit, um  Informationen zu den Fotos: Atelier, Zeitraum der Entstehung usw. zusätzlich zu denen, die ich aus Büchern bekomme, heraus zu finden.
So stieß ich also beim Eingeben der Suchbegriffe: Hermann Krätzer Dresden auf diese wunderschöne Seite, die versucht, weitreichende Informationen zu verschiedenen Ateliers und Fotografen bereit zu stellen. Die Seite bestätigte zunächst erst einmal die Existenz des Fotografen Hermann Krätzer und auch des Ateliers auf der Königsbrücker Straße mit einem Eintrag, der die gleichen Informationen enthielt, wie ich sie auf der Rückseite des Untersatzkarton des obigen Fotos fand. Zusätzlich war ein Zeitraum – ich nehme an, für die Entstehung des gelisteten Beispielbildes – vermerkt: 1905 – 1912. Nicht vermerkt, war der Zusatz: ‘gegenüber d. Hotel z. grünen Tanne’ und der Hinweis, dass es entweder eine Zweigstelle oder einen späteren Umzug des Ateliers gegeben haben muß, da das unten zu sehende Bild auf der Rückseite mit ’ Photografisches Atelier H. Krätzer, Rosenstraße 48′.
Neu hinzu kam die Fernsprechnummer 19 863. Wenn man bedenkt, dass es erst ab 1888 in Dresden möglich war, von öffentlichen Fernsprechern bzw. Postämtern zu telefonieren, das Telefon frühestens ab 1900 in Haushalten angekommen war, kann man sicher richtig  - nur aus diesen Informationen –  schließen, dass das obere Bild älter ist, als das untere.

Das Detail der Zeitung, welche dekorativ auf beiden Fotos in der Hand gehalten wird kam erst ab ca. 1900 als Accessoire in Mode. Die unterschiedliche Gestaltung der Rückseite der Untersatzkartons läßt ebenfalls Schlüsse auf den Entstehungszeitraum zu.

Ich habe noch ein wenig weiter geschaut und herausgefunden, dass der wohl bekannteste Lithograf, Paul Leinert aus Dresden die Rückseiten des Kartons (oben rechts) gestaltet hat. Und so kommt man dann vom Hundertsten ins Tausendste und möchte gern noch anfügen, das Paul Leinert ebenfalls ein Fotografisches Atelier hatte und nebenbei (Holz-) Reisekameras baute. Ein bekannter Fotograf, für den Leinert die Rückseiten lithografierte, war auch Hugo Erfurth  aus Dresden, Zinzendorfstrasse 11 .

Ach, ja.. das Hotel  ”Grüne Tanne”  besaß einen wunderschönen Hochzeits- und Gesellschaftssaal. Der Inhaber war Carl Schwiecker. Es stand zumindest bis 1916 noch.

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